TransitTriest | Schiff

TransitTriest Der Onkel hat uns dann eine Passage verschafft, keine Ahnung, wie er das geregelt hat mit dem Bezahlen. Das Visum hat uns ein anderer Angestellter der Schifffahrtsgesellschaft verschafft, ein Herr Visula, der hat irgendwie Verbindungen zur Gestapo gehabt. Dann hat uns die Polizei bis an die italienische Grenze begleitet, und wir sind dann weiter nach Triest. Dort haben wir auf das Schiff warten müssen, drei oder vier Wochen. Der Visula ist bis Triest mit uns gekommen, der hat alles organisiert. Wie wir über der österreichischen Grenze waren, kann ich mich genau erinnern, dass er gesagt hat: „So, jetzt samma drüber.“ Ich kann mich noch erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre. Es war eine große Gruppe von Auswanderern, auch Burgenländer waren dabei. Mit der Überfahrt war es so: Plötzlich nach all dem, was wir mitgemacht haben, kommen wir in ein Schiff erste Klasse, ein Luxus, ein Traum, drei Wochen. Die Überfahrt, das war ein Traum, und nach drei Wochen kommen wir vom Schiff herunter ins Nichts. Ich weiß nicht, ob man sich das vorstellen kann. Nach der Frage, wie komme ich raus, war jetzt die einzige Sorge, was esse ich morgen. Wo arbeite ich? Bekomme ich Arbeit? Ein jüdischer Hilfsverein hat uns in einer Pension untergebracht. Da haben zwei Familien in einem Zimmer geschlafen. Vom Luxusschiff runter in einen Raum.

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